„Du bist der Beste!“, ruft ihm ein älterer Herr zu und streckt den Daumen nach oben. Wenn man mit Fatmir Vata in Bielefeld unterwegs ist, wird der ehemalige Arminen- Profi oft erkannt.

Und er lässt sich gern auf Gespräche ein. Ganz klar: Er mag die Menschen und die Menschen mögen ihn. 128 Spiele bestritt der quirlige Mittelfeldspieler für den DSC in der 1. und 2. Liga und erzielte 19 Tore. „In Bielefeld hatte ich die beste Zeit meiner Karriere. Wir sind zwei Mal in die erste Liga aufgestiegen und haben zwei Mal das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Meine Familie und ich fühlten uns in der Stadt so wohl, dass wir hier ein Haus gebaut haben. Hier sind wir zu Hause.“ 2010 endete seine Karriere als Spieler beim Wuppertaler SV – die Knie machten nicht mehr mit. „Das war hart“, erinnert sich der heute 47-Jährige. „Mein Herz wollte weiterspielen, aber mein Körper konnte nicht mehr.“ In der Saison 2001/2002 zählte Fatmir Vata zu den am häufigsten gefoulten Spielern der Liga. Dass ihm zeitweise der Ruf eines „Schwalbenkönigs“ anhaftete, schmerzte. „Hätte es damals schon den Videobeweis gegeben, hätten einige Gegenspieler sicherlich eine rote Karte gesehen.“ Unvergessen auch das europaweit bekannte Foto, das ihn Nase an Nase mit Oliver Kahn zeigt. Später sagte der „Titan“ zu dieser Szene David gegen Goliath – Vata misst 1,70 m –, dass er erstaunlicherweise keine Angst in den Augen des Spielers gesehen hätte.

2013 zog es Fatmir Vata noch mal auf den grünen Rasen. Eine Saison spielte er in der Bezirksliga für den FC 08 Boffzen. „Das war aber just for fun und kein Comeback. Ich wollte einfach nur kicken“, erzählt er. Nach seiner Karriere als Spieler machte der ehemalige albanische Nationalspieler den Trainerschein und war als Coach für den FC Gütersloh tätig. „Da habe ich gemerkt, wie anspruchsvoll der Job ist“, lacht er. „Man ist nicht nur Trainer, sondern Papa, Lehrer und Psychologe. Ich habe von all meinen Trainern etwas gelernt, aber am meisten von Uwe Rappolder.“ Seit mehreren Jahren arbeitet Fatmir Vata für die Fußballschule von Hannover 96 und die des VfL Bochum. „Das macht viel Spaß. Dann kommen die Kinder auch mal von ihren Smartphones weg und lernen wieder Koordination und wie viel Spaß es macht, sich draußen zu bewegen. Außerdem leben wir ihnen Werte wie Teamgeist, Einsatzwillen und sozialen Zusammenhalt vor. Der Spaß steht im Vordergrund, aber manchmal ist auch ein interessantes Talent dabei.“ Fatmir Vata ist ein emotionaler Mensch – mit einer ungebrochenen Leidenschaft für den Fußball. „Dass ich in diesem Bereich weiter arbeiten darf, ist ein Geschenk“, sagt er. Bei den Spielen der Blauen fiebert er vor dem Fernseher mit. „Arminia ist ein Teil von mir und ich bin ein Teil von Arminia. Das bleibt auch so. Ein Mal blau, immer blau. Aber richtig blau, nicht königsblau.“