Universitätsorchester

Aus der Not geboren ist das Open-Air-Sinfoniekonzert auf der Kirchwiese in Theesen mittlerweile zu einer liebgewonnenen Tradition geworden, und so wird das Universitätsorchester Bielefeld unter Leitung von Michael Hoyer auch in diesem Jahr sein Sommerprogramm in Theesen präsentieren. Open air erwartet die BesucherInnen mit dem Flötenkonzert „Fantaisie Pastorale Hongroise“ opus 26 von Franz Doppler und der 6. Sinfonie in D-Dur opus 60 von Antonin Dvořak ein in Teilen folkloristisches und in jedem Fall begeisterndes Programm. Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Mitglied des Universitatsorchesters als Solist eines Solokonzerts hervortritt. Diesmal jedoch wird die Soziologiestudentin Nora Schefler, die in den vergangenen drei Semestern die Partien der ersten Flöte versah, die Fantaisie Pastorale Hongroise des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Doppler präsentieren, ein hochvirtuoses, teils improvisatorisch, teils volkstümlich anmutendes Konzertstück, das der Flöte alles abverlangt und das Orchester auf eine Statistenrolle verweist.

Sinfonisches Hauptwerk des Programms ist Dvoraks sechste Sinfonie, die eine charakteristische Mittelstellung zwischen den am tschechischen Volkston sich inspirierenden frühen Sinfonien und den vor allem am Kompositionsstil von Johannes Brahms orientierten späten Werken einnimmt. Bezog das kompositorische Schaffen Dvoraks seinen Reiz anfangs besonders aus dem reichen melodischen Einfall und dem slawischen Kolorit, so zeigt die sechste Sinfonie ein starkes Bemühen um eine Annäherung an das von Beethoven geprägte sinfonische Modell. Die Themenfülle wird zurückgedrängt und das Verarbeitungsgeschehen tritt in den Vordergrund. Dass es Dvorak gelingt, die musikantischen Ursprünge seines Komponierens trotzdem durchscheinen zu lassen, macht den Reiz dieses Werkes aus.

  • 30. Juni 2024
  • Kirchwiese Theesen
  • 16:00 Uhr
  • Eintritt frei