Kleine Wunder am Stadtholz

„Mein Vater hat mich zur Reproduktionsmedizin gebracht“, sagt Christopher Ebert. Gemeinsam mit ihm hat der 35-Jährige nun die Kinderwunschpraxis „Kleine Wunder“ am Stadtholz 39 im Seidensticker-Gebäude eröffnet – unterstützt durch neun Mitarbeitende. Für das Vater-Sohn-Duo ist es kein Neuanfang. „Es ist vielmehr ein Revival“, erklärt Christopher Ebert.

Mit seinem Vater Paul verbindet ihn nicht nur die medizinische Fachrichtung Gynäkologie und Geburtsmedizin. Auch die Begeisterung für den Beruf eint die beiden Männer, die bereits zusammengearbeitet haben und sich „wunderbar ergänzen“: jahrzehntelange Erfahrung trifft auf aktuelles medizinisches und technisches Know-how.

Reproduktionsmedizin ist ein hochmodernes Fachgebiet – und zugleich eines, das großes Einfühlungsvermögen verlangt. „Wir arbeiten hier technisch nach State of the Art. Doch das allein reicht nicht“, betont Christopher Ebert. „Einfühlungsvermögen ist ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit.“ Kaum jemand setzt sich frühzeitig mit dem Thema Fruchtbarkeit auseinander. „Jeder geht zunächst davon aus, dass es klappt – und das ist auch gut so“, sagen beide Ärzte. Klappt es nicht, ist der Leidensdruck – vor allem bei Frauen – enorm hoch. Inzwischen benötigt etwa jedes sechste Paar medizinische Unterstützung.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Viele Paare verschieben inzwischen ihren Kinderwunsch nach hinten. Social Freezing – das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen – wird daher zunehmend nachgefragt. „Das ist eine Option, die immer gesellschaftsfähiger wird“, so Christopher Ebert. In der Praxis, die sich über rund 530 Quadratmeter erstreckt und durch helle Räume, moderne Technik und eine gelungene Einbindung der Industriearchitektur einladend wirkt, kommt ein chipgeleitetes Sicherheitssystem zum Einsatz. Es schließt die Verwechslung von Ei- oder Samenzellen nahezu gänzlich aus. Aber auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder starkes Übergewicht sowie Erkrankungen wie Endometriose spielen bei ungewollter Kinderlosigkeit eine große Rolle: Statistisch ist jede zweite Frau mit unerfülltem Kinderwunsch von Endometriose betroffen. „Oft wird die Erkrankung zu spät erkannt. Dabei können Frauen bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung durchaus schwanger werden“, erklärt der Reproduktionsmediziner. Aber auch Männer sind immer häufiger von eingeschränkter Fruchtbarkeit betroffen.

„Einfühlungsvermögen ist ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit.”

In der Praxis „Kleine Wunder“ decken die Ärzte das gesamte Spektrum der Reproduktionsmedizin ab – von der Insemination über hormonelle Therapien bis hin zu aufwendigen Verfahren wie der ICSI, bei der einzelne Samenzellen direkt in die Eizelle eingebracht werden. Ein Verfahren, das bei einer Spendersamenbehandlung oder auch in Folge des Social Freezing notwendig wird. „Keine Kinder bekommen zu können, kann den gesamten Lebensentwurf eines Paares zum Wanken bringen“, weiß Christopher Ebert. Deshalb betrachtet er Paare stets als Einheit. Ein fester behandelnder Arzt oder eine feste Ärztin soll Vertrauen schaffen. „Sich Zeit zu nehmen und gut aufzuklären, ist uns extrem wichtig.“

Doch nicht immer lässt sich der Kinderwunsch erfüllen. Die Quote liegt bei etwa 20 Prozent. Auch dann endet die Begleitung nicht. „Wir müssen alternative Möglichkeiten aufzeigen – auch dafür braucht es Zeit“, sagt Christopher Ebert. Umso bewegender sind die erzielten Erfolge: „Es berührt uns immer wieder, wenn eine Behandlung in einer Schwangerschaft endet“, unterstreicht Paul Ebert. „Zu wissen, wofür man kämpft, macht glücklich“, fügt Christopher Ebert, selbst Vater von zwei Kindern, hinzu.
www.kleinewunder.net