Moderator und Stand-up-Comedian Fynn Farino
Seit er 2018 für das Psychologie-Studium nach Bielefeld gekommen ist, hat der 27-Jährige hier seine Wahlheimat gefunden. „Ich habe mich schnell wohlgefühlt, kann mich kultur- und jobmäßig ausleben”, so Fynn Farino. Das macht er aktuell als Stand-up-Comedian, aber vor allem als Moderator und Gastgeber von Veranstaltungen für neue Comedy-Talente und Profis.

Er selbst stand während seines Studiums erstmals auf der Bühne. „2022 habe ich in einem Berliner Keller beim Open Mic Blut geleckt“, lacht Fynn Farino. „2023 bin ich in den Semesterferien für einen Monat nach Berlin gezogen und fast jeden Abend aufgetreten.
Und ich habe Leute kennengelernt, die mich ermutigt haben, in Bielefeld mein Ding zu machen. Seit einigen Jahren gibt es einen Stand-up-Comedy-Boom, da bin ich genau zur richtigen Zeit reingerutscht.“
Nach seinem Bachelor in Psychologie hat Fynn Farino vor zwei Jahren den Schritt gewagt, sich als Moderator und Veranstalter mit seiner Marke „BRICKS Comedy Club“ selbstständig zu machen. „Nach dem Studium habe ich viel im sozialen Bereich gearbeitet. Das hat Spaß gemacht, aber gerade bin ich jung und ungebunden und kann ein freies und zugleich stressiges Leben führen.“ Und so hat er sich auf die Fahnen geschrieben, Kulturevents zu organisieren und in Bielefeld einen Ort für Stand-up-Comedy zu schaffen. An der Entstehung einer eigenen Szene mitzuwirken, damit neue Talente sich nicht nur in Köln oder Berlin ausprobieren können. „Ich glaube, es ist wichtig, dass es in der Stadt Orte gibt, um zusammenzukommen.“
Noch hat Fynn Farino keine eigene Location, was sein Traum wäre, sondern organisiert Auftritte etwa im Kulturpunkt Scala, im Bunker Ulmenwall und bei DansArt. Aber auch im Audimax, gemeinsam mit dem AStA, und 2024 hat er die Stadthalle gemietet und Axel Stoldt – er ist selbst ein großer Fan des Comedians – auf die Bühne gebracht. „Momentan sind mir aber die kleinen Shows zur Förderung der Kultur wichtiger“, unterstreicht der Wahl-Bielefelder. Bislang hat er ca. 40 Leuten ihren ersten Auftritt verschafft – ein gutes Gefühl. „Open Mics sind ein niedrigschwelliger Einstieg. Man kann sein Material testen und sich authentisch auf die Bühne bringen, das spricht die junge Generation an.“ Genau darin liegt für ihn auch der Unterschied zur klassischen Comedy, bei der einige KünstlerInnen eher in Rollen schlüpfen wie etwa Cindy aus Marzahn oder Atze Schröder. „Die Leute spüren, ob man etwas nur spielt oder verkörpert und dahintersteht“, so seine Überzeugung. Ihm selbst liegt die Rolle des Moderators mehr als die des Comedians. „Es fühlt sich natürlicher an, zu moderieren. Ich sehe mich als Gastgeber und möchte, dass die Leute ankommen, entspannen und eine gute Zeit haben.“
Vielleicht liegt genau hier die Verbindung zu seinem Psychologie-Studium. „Eines meiner Lieblingsseminare war ‚Positive Psychologie‘. Die schaut darauf, welche Ressourcen ein Mensch hat und wie die sich stärken lassen. Comedy bringt die Leute zum Lachen und kann dazu beitragen, mal für zwei Stunden den Alltag zu vergessen.“
Instagram: fynnfarino