Wiederholungstäter am Werk

Über 700 Seiten Spannung liegen aktuell auf Heike Rommels Büchertisch: „Wer Zwietracht sät“ von Elizabeth George. Krimis liest die Bielefelder Autorin privat genauso gern, wie sie sie selbst schreibt. Diese Leidenschaft steckt auch hinter dem zweiten OWL-Krimifestival. Vom 7.5. bis 25.6. wird die Region erneut zur Bühne für Mord, Geheimnisse und Gänsehaut – und zeigt, wie lebendig die Krimiszene zwischen Teutoburger Wald und Weser ist.

Wenn zwischen Bielefeld und Höxter, Minden und Paderborn, Gütersloh und Detmold plötzlich Mordfälle literarisch verhandelt werden, dann ist Krimifestival-Zeit. Nach dem erfolgreichen Start 2024 geht das Format 2026 in die zweite Runde.

Vielfältig aufgestellt und mit starker regionaler Handschrift. Auch in punkto Organisation. Die Fäden in der Hand halten Heike Rommel und Werner Pfeil, unterstützt von Meike Messal und Doris Oetting sowie vielen anderen AutorInnen aus der Region, die ebenfalls einen Teil der Arbeit schultern. „So wie es aussieht, werden wir dem Publikum ein ebenso umfang- wie abwechslungsreiches Programm bieten können“, freut sich Krimi-Autor Werner Pfeil. Die Rahmenbedingungen haben sich allerdings verändert. „Fördermittel sind schwieriger zu bekommen als noch vor zwei Jahren. Eine Basisförderung vom Syndikat e. V. hilft aber zumindest bei der Grundfinanzierung”, sagt Heike Rommel. Umso wichtiger ist das Konzept hinter dem Festival: Das Krimifestival bildet das Dach, unter dem die Lesungen stattfinden. „Viele Autorinnen und Autoren organisieren ihre Termine beziehungsweise die Lesungsorte selbst – das Festival bündelt sie, macht sie sichtbar und sorgt für Aufmerksamkeit in der Region”, erklärt Heike Rommel, die sich darüber freut, dass NRW-Innenminister Herbert Reul erneut Schirmherr ist.

Für eine besondere Atmosphäre stehen die Veranstaltungsorte. So rücken neben klassischen Orten wie Stadtbibliotheken oder Buchhandlungen – neu dabei ist Thalia in Bielefeld – neue Kulturorte, wie beispielsweise der Bahnhof Borgholzhausen, das Foyer des Kurtheaters in Bad Meinberg oder die Kulturscheune in Bad Wünnenberg in den Fokus. Zu spannenden Lesungsorten werden auch ein Bistro in Lübbecke, ein Gasthof in Nieheim-Erwitzen oder das Open-Air-Gelände im Wapelbad Gütersloh. „Diese Vielfalt macht das Festival lebendig”, sagt Heike Rommel und verweist auf außergewöhnliche Formate wie den „kriminellen Spaziergang“ in Lemgo – ein literarischer Rundgang durch die Stadt mit Krimi-Atmosphäre. Viele Veranstaltungen werden zudem musikalisch begleitet.

Für den hochkarätiger Auftakt sorgt übrigens Bestsellerautor Sven Koch (7.5., 19 Uhr) in der Stadtteilbibliothek Bielefeld-Schildesche. „Die Mischung aus bekannten Namen, wie Sven Koch, Norbert Horst, Andreas Schmidt und Mechthild Borrmann, und regionalen Stimmen ist uns wichtig”, betont Heike Rommel mit Blick auf rund 20 Lesungen mit etwa 30 AutorInnen. „Wie schreiben die anderen? Wie erzählen sie Geschichten? – das macht für mich – neben der Möglichkeit sich zu vernetzen und andere AutorInnen besser kennenzulernen – den Reiz aus.“

Infos & Programm: www.2krimifestivalowl.de

Tipp:

Die Festival-Anthologie geht in die nächste Runde: „Pickert, Pölter und Pistolen – Band zwei“ erscheint im April 2026 beim KBV-Verlag. Enthalten sind 23 Kurzkrimis aus ganz OWL – von humorvoll bis düster.

Krimifestival 2026

Highlights

7.5. – Auftakt: Sven Koch – Stadtteilbibliothek Schildesche

8.5. – Heike Rommel – Gemeindezentrum Gosen (Bethel)

21.5. – Meike Messal / Doris Oetting – Stadtteilbibliothek Sennestadt

29.5. – Werner Pfeil / Emlin Borkschert / Raiko Relling – Stadtteilbibliothek Brackwede

13.6. – Heike Rommel – Stadtteilbibliothek Alte Vogtei

20.6. – Heike Rommel Dorf Sentana, Bethel

25.6. – Abschluss: Mechthild Borrmann – Stadtbibliothek Salzkotten