RadKulTour
„Die RadKulTour ist für uns gesetzt. Wenn wir dürfen, sind wir dabei“, unterstreicht Rolf Butzmühlen, Mitbegründer, Sänger und Akkordeonspieler von Pronto Mulino. „Sie ist ein Geschenk für die Band, aber wir geben auch etwas zurück.“

Das Konzept hat den Bielefelder, der selbst gerne in die Pedale tritt, von Anfang an überzeugt: „Radfahren und dabei Kultur erleben, ist eine tolle Kombination.“
Also haben sich die insgesamt zehn MusikerInnen erneut beim Kulturamt beworben und präsentieren sich auch bei der 6. Ausgabe der RadKulTour mit einem eigens dafür zusammengestellten Programm. Einziger Wermutstropfen: Wer aktiv dabei ist, hat keine Chance, sich in den Sattel zu schwingen und die anderen Teilnehmenden zu erleben.
Aber das nehmen Rolf Butzmühlen und die anderen Bandmitglieder gerne in Kauf. „Die Stimmung auf der Veranstaltung ist sehr schön und es ist eine Chance, auch von Menschen entdeckt zu werden, die zufällig vorbeikommen und uns bislang nicht kannten.“ Obwohl Letzteres eher unwahrscheinlich ist, denn Pronto Mulino musizieren bereits seit 20 Jahren zusammen und treten auch regelmäßig auf.
Für Rolf Butzmühlen ist mit der Bandgründung ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen – der mit einem Geschenk begann, das ihn nur bedingt begeisterte.

„Als Kind habe ich ein Akkordeon bekommen und musste Unterricht nehmen. Als ich 15 war, habe ich das Instrument in die Ecke gestellt, denn Gitarre war angesagt“, lacht der begeisterte Amateur-Musiker. Als er zum Studium nach Bielefeld kam, begann eine langsame Wiederannäherung. „In den 70ern gab es erste Anfänge ‚alternativer‘ Kultur. Man wollte selbst etwas machen – auch Musik. Da habe ich gemerkt, dass es für das Akkordeon auch schöne Stücke gibt.“ Es entstand der Wunsch, in einer Band zu spielen – doch auf die Umsetzung musste er noch lange warten. „Ende der 90er habe ich jemanden kennengelernt, der Gitarre spielte. Und dann passierte es wie ein Wunder: Es kamen Menschen zusammen, die sich gar nicht kannten, aber einfach nur gemeinsam Musik machen wollten. Dass es uns 20 später noch gibt, hätten wir anfangs nicht gedacht, aber es passt einfach“, freut sich der Bielefelder.
Seit ihren Ursprüngen hat sich die Band im weitesten Sinne internationaler Volksmusik verschrieben: von Klezmer über Balkan bis zu französischem Chanson. „Das passt zu unseren Instrumenten und unseren Möglichkeiten. Wir sind Laien und spielen, was uns gefällt“, unterstreicht Rolf Butzmühlen. Jeder bringt eigene Vorschläge ein und dann werden auch schon mal Songs von Zarah Leander oder Amy Winehouse auf ostwestfälisch interpretiert.
Für den Auftritt bei der RadKulTour probt die Band gezielt, passt Equipment und Songauswahl auf die Veranstaltung an. „Wir spielen eigentlich mit Verstärkung, weil Geigen oder Gesang sonst nicht gegen die Bläser durchkommen. Bei der RadKulTour gehen wir auf eine Minimallösung mit einem mobilen Stromversorger, der für einige Stunden Spielzeit hält.“ Wer Pronto Mulino gezielt ansteuern will, findet die Band in der Nähe der Stauteiche. „Für uns hat sich der Standort bewährt, denn wir brauchen Platz und sind durch die Instrumente laut und wollen andere Gruppen nicht stören.“ Mindestens vier Stunden von 14-18 Uhr wird die Band vor Ort sein und mehrmals ein halbstündiges Programm spielen. Ein Querschnitt aus ihrem Repertoire, bei dem ein Song auf keinen Fall fehlen darf: „Bei ‚La Bicyclette‘ laden wir das Publikum dazu ein, an der passenden Stelle im Lied klingeln“, verrät Rolf Butzmühlen.
Zahlen & Fakten
Rauf aufs Rad und rein ins kulturelle Abenteuer! Am Sonntag, den 6. September, lädt die RadKulTour dazu ein, Bielefeld aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Die nachhaltige Kulturveranstaltung von und mit der freien Kulturszene führt entlang einer rund 16 Kilometer langen Route durch den Bielefelder Norden. Insgesamt 82 Ensembles, Bands und Einzelkünstler*innen, darunter 11 Neuzugänge, präsentieren ihre kreativen Projekte im Grünen – nachhaltig, vielfältig und nah am Publikum. Ob Musik, Performance, Lesung oder Ausstellung: Unterwegs warten zahlreiche kulturelle Überraschungen. Ergänzt wird dies noch durch Vereine und Initiativen zum Thema „Fahrrad/Nachhaltigkeit“ und eine mobile Radreparaturwerkstatt von „Fahrräder bewegen Bielefeld“. Die Strecke orientiert sich an der Radroute „Das Grüne Netz“ und verbindet 9 größere Kultur-Hotspots. Unter anderem geht es in diesem Jahr vorbei an der Radrennbahn, die ihre Türen für den Tag öffnet, den Stauteichen, durch Baumheide und den Nordpark. Rechtzeitig zur RadKulTour stehen eine gpx-Routenführung sowie ausführliche Programminfos auf www.kulturamt-bielefeld.de zur Verfügung.