Das ganze Leben
Ob Straßenkinder in Mosambik, Straßenszenen in New York oder die Straßenbahn mit Bildern aus Bethel – mit seiner Kamera ist Veit Mette weltweit unterwegs, aber eben auch in Bielefeld. Mit feinem Humor und Gespür für den besonderen Moment erzählen seine dokumentarischen Bilder die fotografische Biografie seiner Heimatstadt. Und das mittlerweile seit vier Jahrzehnten.
Angesichts dieser Zeitspanne ist es kein Wunder, dass die Vorbereitung der Ausstellung im Historischen Museum „ein mittelmäßiger Wahnsinn“ war, wie Veit Mette lachend sagt. „Das Durchwühlen der Archive hat aber auch Spaß gemacht und ich habe Arbeiten aus den 80ern, 90ern neu entdeckt, die ich fast vergessen hatte.“

Viel zu sehen gibt es entsprechend auch für die Besucher*innen. Mittels großer digitaler Projektionen umspannt die multimediale Ausstellung – zeitlich wie inhaltlich – Veit Mettes ganzes Schaffen, von bekannten Aufnahmen bis zu bislang nie gezeigten. „Das Wort Retrospektive wollen wir trotzdem ein bisschen vermeiden“, so der Fotograf. Der Titel „Das ganze Leben“ trifft es besser: „Die Ausstellung erzählt anhand meiner Person den Blick auf die ganze Welt.“
Dass dieser Blick aus mindestens zwei unterschiedlichen Perspektiven erfolgt, bringt die Beamer-gestützte Ausstellung anschaulich auf den Punkt. „Auf der einen Seite werden meine eher journalistischen Projekte gezeigt, die meistens in Schwarz-Weiß gehalten sind, auf der anderen die farbigen Arbeiten mit künstlerischem Schwerpunkt“, erklärt der Bielefelder. Eine weitere Besonderheit: Wer nicht nur schauen mag, stellt sich unter die „Soundduschen“. Auch diese Tonspur hat zwei Seiten. Die künstlerischen Bilder werden musikalisch von fünf Ensembles begleitet, die anderen von einer eher sprachlich-dokumentarischen Ebene. So können die Besucher*innen unter anderem Gesprächen über ausgewählte Bilder zwischen Theaterintendantin Nadja Loschky, Kunsthallendirektorin Dr. Christina Végh, Konfliktforscher Prof. Andreas Zick und Museumsleiterin Constanze Döhrer lauschen. „Die Bilderserien wirken aber auch für sich, ohne diesen Input“, unterstreicht Veit Mette.
Noch mehr Bielefeld-Bezug bietet – statt klassischem Ausstellungskatalog – die begleitende Zeitung zum Mitnehmen. Darin erzählen zehn Personen, von Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer bis zu Bielefeld Marketing-Geschäftsführer Martin Knabenreich, etwas über ihr Bielefeld-Bild. Neben der fotografischen Perspektive erhält das ganze Bild der Stadt so weitere Facetten. Und auch Veite Mette wird ihm sicherlich noch welche hinzufügen: „Die Ideen gehen mir nicht aus. Das Fotografieren macht nach wie vor Spaß.“
www.historisches-museum-bielefeld.de
22.11.26-28.2.27, Historisches Museum
Fotos: Veit Mette
Text: Stefanie Gomoll
- 22. November 2026
- — 28. Februar 2027
- Historisches Museum