Umspannend spannend

Ein farbenfroher Gummibandball begleitet als Motiv den Kulturwinter 2026/2027. Viele bunte Einzelteile fügen sich zu einem runden Ganzen zusammen und jedes einzelne trägt dazu bei, dass die besondere Form entsteht. Was für den Gummibandball gilt, lässt sich auch auf unsere Gesellschaft und die Kultur übertragen: Vielfalt entsteht dort, wo unterschiedliche Stimmen, Perspektiven und Ausdrucksformen zusammenkommen.

„Wenn ein Band reißt, verändert sich das ganze Bild – das gilt für den Gummibandball genauso wie für unsere Kulturlandschaft. Deshalb halten wir mit dem Kulturwinter bewusst zusammen, was unsere Stadt bunt und lebendig macht“, erläutert Kulturdezernentin Birgit Beckermann. Mit dem im Kulturwinter verbundenen Veranstaltungen möchte das Kulturamt der Stadt Bielefeld einmal mehr ein starkes Zeichen für ein vielfältiges Kulturleben vor Ort setzen. „Kultur lebt von Vielfalt, genau wie der Gummibandball, der in diesem Kulturwinter unser Programm begleitet. Jede Farbe, jede Stimme zählt für das große Ganze“, so Brigitte Brand, Leiterin des Kulturamts der Stadt Bielefeld. Das Publikum darf gespannt sein auf außergewöhnliche Konzerte, Theater-Performances, Lesungen oder Tanz-Aufführungen.

Im Rahmen der „Mittwochskonzerte Musikkulturen“ treten herausragende internationale Künstlerinnen und Künstler an sechs Terminen in der Rudolf-Oetker-Halle auf. Zum Auftakt am 04.11. präsentieren Beyond the Roots Eigenkompositionen und Improvisationen, in denen sie Klangwelten des eurasischen Raums miteinander verbinden. Beim Auftritt von Telmo Pires (18.11.) steht der zeitgenössische Fado im Mittelpunkt. Portugiesischen Musiktraditionen hat sich auch das zwölfköpfige Ensemble Cantvs Portugueses verschrieben, das am 02.12. historische Melodien mit vielfältigen musikalischen Einflüssen erklingen lässt. Das Ensemble Perismon (27.01., Bild links) vereint musikalische Traditionen aus dem mongolischen, persischen und jüdischen Kulturraum und schafft daraus einen Klangkosmos, der kulturelle Grenzen überschreitet. Indische Ragas und Rhythmen treffen am 17.02. beim Konzert von Saṃhitā auf europäische Klangfarben. Zum Abschluss der Reihe laden Mo’ong und Bilawa (17.03.) das Publikum dazu ein, in die Welt der indonesischen Gamelan-Musik einzutauchen. „Mit sechs Konzerten öffnen wir Fenster in musikalische Welten von Eurasien bis Indonesien – ein Gewinn für alle, die Neugier auf vielfältige Klangwelten mitbringen“, freut sich Rebecca Egeling, Leitung der Programmabteilung des Kulturamts.

An fünf Terminen begeistern Musikerinnen und Musiker aus dem facettenreichen Feld des Singer-Songwriting. Der isländische Singer-Songwriter Svavar Knútur (Bild rechts) eröffnet die Reihe der „Bielefelder Songnächte“ am 08.10. in der Rudolf-Oetker-Halle – begleitet von einem Streicher-Trio aus seiner Heimat. Blues, Americana, Folk und Jazz weiß Sean Taylor am 11.11. in der Stadtwerke Lounge gekonnt zu verbinden. Elle Maija bringt am 23.01. die faszinierenden Klangwelten der Sámi auf die Bühne der Rudolf-Oetker-Halle, indem sie traditionelle Joik-Gesänge mit Blues, Folk und zeitgenössischem Pop verknüpft. Die Musik des Jaimi Faulkner Trio pendelt mühelos zwischen Americana, Rock und Songwriter-Soul – zu erleben am 05.03. im TOR6 Theaterhaus. Zum Abschluss der Konzertreihe gastiert die irische Sängerin Wallis Bird in der Johanniskirche (14.04.) mit ihrer eindrucksvollen, rauen Stimme.

Ein Höhepunkt für die regionale Chorszene ist die Nacht der Chöre, die am 20.02. in der Rudolf-Oetker-Halle stattfindet. Vier Chöre aus Bielefeld und der Region gestalten einen abwechslungsreichen und emotionalen Abend voller musikalischer Besonderheiten.

Fester Bestandteil des Kulturwinters sind auch die vielfältigen Projekte der freien Bielefelder Kulturszene, die das Kulturamt der Stadt Bielefeld im Rahmen seiner Projekt- und Produktionsförderung unterstützt. Die geförderten Vorhaben zeigen die große Bandbreite der freien Szene – von Theater und Performance über Tanz bis hin zu digitalen und interdisziplinären Formaten. Zu den geförderten Produktionen zählt „FalschesLand“ von Theater Krapli und Jelena Quaet-Faslem (23.10.) Das tragikomische Kabarett zwischen Groteske und Clownerie setzt sich mit individueller Freiheit und dem Widerstand gegen ein System auseinander, das den Menschen als Individuum bedroht. Im November zeigt das Kollektiv OBJECTION die Produktion „All Inclusive“ (4.11.), eine absurde Auseinandersetzung mit Urlaub, Sehnsucht und den Krisen, denen man auch im vermeintlichen Paradies nicht entkommt. „ALL DIE SCHÖNEN PFERDE“ (27.11.) des Forum für Kreativität und Kommunikation e.V. erzählt unter der Regie von Stefan Mießeler von einem alternden Jockey, der in einer letzten großen Wette alles riskiert. Mit „REPATTERNING – Hard Data & Soft Bodies” von Agnetha Jaunich & Rebekka Jochem (4.+5.12., Bild unten) verbindet sich Tanz, Performance, elektronische Musik und Programmierung mit einer Auseinandersetzung über biometrische Daten, Überwachung und digitale Selbstbestimmung.

Mit rund 50 verschiedenen Veranstaltungen prägt der Kulturwinter für eine weitere Saison die kulturelle Vielfalt unserer Stadt. Das vollständige Programm vom 1. Oktober bis zum 20. April findet sich in der kostenlos ausliegenden Broschüre sowie auf der Website.

www.kulturamt-bielefeld.de