Es ist Anfang der 1970er-Jahre: Nour verlässt Istanbul, um in Deutschland Geld zu verdienen. Im beengten Wohnheim zwischen Frauen aus Spanien, Italien, Griechenland, Jugoslawien, Marokko, Tunesien und der Türkei geht es lebhaft zu. In der Porzellanfabrik bestimmen Stechuhr, harte körperliche Arbeit und der prüfende Blick des Vorarbeiters ihr Dasein. Gün Tanks „Roman unserer Mütter“ füllt eine Leerstelle in der männlich geprägten Geschichte der sogenannten „Gastarbeiter*innen“. Er erzählt von (weiblicher) Solidarität und dem enormen Beitrag, den diese Frauen deutschlandweit im Arbeitskampf geleistet haben. Von der deutschen Öffentlichkeit ähnlich unbeachtet blieb auch die Musik dieser Communities, die – wie schon bei der Produktion „Istanbul“ aus der Spielzeit 2016/17 – wesentlicher Bestandteil des Bühnengeschehens sein wird.
- 17. Mai 2024
- Theater am Alten Markt
- 20:00 Uhr (Premiere)