BERGMANNSWEG

Seit bereits sechs Jahren lockt der 5 Kilometer lange Weg Wanderer und historisch Interessierte nach Kirchdornberg. Dass sich hier einst Bergmänner tummelten und der Untergrund von Stollen und Schächten durchzogen war, lässt sich heute kaum noch erahnen. Grundlage für das Vorkommen von Steinkohle im Untergrund war die spannende erdgeschichtliche Entwicklung dieser Region. Es gibt also eine Menge zu erzählen.

Auf dem gut ausgeschilderten Weg gibt es nicht nur erklärende Tafeln, sondern auch Hörgeschichten vom kleinen Max, die besonders bei Kindern gut ankommen. Die Wanderung kann übrigens auf 3 Kilometer verkürzt werden, wenn die Beine schwer werden. Insgesamt gilt es etwa 160 Höhenmeter zu überwinden. Höchstgelegenen Punkt ist die Kaiser Friedrich-Gedächtnishütte, auch Schwedenschanze genannt. Sonn- und Feiertags kann man sich dort eine kleine Stärkung holen. Startpunkt der Wanderung ist der Wanderparkplatz am Heimatmuseum Dornberg, Dornberger
Str. 523, 33619 Bielefeld. ✔

Weitere Infos:
www.geopark-terravita.de/bergmannsweg-kirchdornberg

KIRSCHBAUMBLÜTE IM FÜNFTEN KANTON

Man muss definitiv nicht bis nach Japan reisen, um ein Naturschauspiel der besonderen Art zu erleben. Jedes Jahr im April blühen die Zierkirschen und locken Menschen aus der gesamten Region in den Bielefelder Osten. Für etwa zwei Wochen präsentiert sich die Straße „Auf dem langen Kampe“ als rosafarbenes Blütenmeer und bietet die Gelegenheit zu einem großartigen Spaziergang im sogenannten Fünften Kanton. Die zarten Blüten sind beliebtes Fotomotiv und wenn der Himmel dazu blitzeblau erstrahlt, ist die Bildkomposition perfekt. ✔

MUSEUM
WÄSCHEFABRIK

Es liegt versteckt in einem Hinterhof. Von 1913 bis in die 1980er Jahre hinein wurde hier Wäsche gefertigt. Der eindrucksvolle Nähsaal mit seinen über 50 Näh- und Stickmaschinen fängt die Vergangenheit ein. Da das Inventar nahezu unverändert blieb, sieht es im heutigen Museum Wäschefabrik so aus, als ob die Beschäftigten gerade Pause machen würden und gleich an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Die Fabrik, die der jüdische Unternehmer Hugo Juhl bauen ließ, musste er 1938 unter dem Druck der Nationalsozialisten an die Gebrüder Georg und Theodor Winkel verkaufen. Heute ist das Gebäude ein Industriedenkmal und bietet spannende Einblicke in seine 70-jährige Geschichte. Führungen durch das Gebäude und zur jüdischen Geschichte der Wäschefabrik Juhl & Helmke fangen das damalige Leben und Arbeiten ein und werden vom Team des Museums ebenso organisiert wie Rundgänge durch das Spinnereiviertel. Hier wird die Geschichte und Entwicklung der Bielefelder Textilindustrie am Beispiel bestehender Fabrikgebäude und Arbeiterwohnhäuser wieder lebendig. Das Museum ist jeden Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen können jederzeit, auch unter der Woche, gebucht werden. ✔
www.museum-waeschefabrik.de