Aufsteigen, mitradeln, staunen

Was passiert, wenn mehr als 80 Ensembles, Bands sowie Einzelkünstlerinnen und -künstler Bielefeld gemeinsam zur Kulturbühne machen? Die RadKulTour gibt darauf jedes Jahr eine neue Antwort – und 2026 verspricht, eindrucksvoll zu werden. Am Sonntag, 6. September, lädt das Kulturamt der Stadt Bielefeld von 14 bis 18 Uhr dazu ein, Bielefelder Kultur hautnah, kostenfrei und klimafreundlich draußen in der Natur zu erleben.

Entlang von zehn Hotspots führt die diesjährige Tour auf einer landschaftlich reizvollen Strecke mehr als 16 km durch den Bielefelder Norden. „Eine Stadt ist mehr als ihre Gebäude und Institutionen – sie lebt durch die Menschen, die sie gestalten. Die RadKulTour gibt dieser kreativen Energie jedes Jahr einen Rahmen und macht sichtbar, wie viel Bielefeld zu bieten hat“, zeigt sich Birgit Beckermann, Kulturdezernentin der Stadt Bielefeld begeistert. Die Route: Bachauen, Grünzüge und neue Hotspots – die diesjährige Strecke fährt durch einige der schönsten Quartiere Bielefelds. Entlang der Stauteiche, durch Baumheide und weiter über den Obersee bis in den Nordpark zeigt die Route, wie viel Natur und Stadtlandschaft Bielefeld zu bieten hat.

Neu in diesem Jahr: Die Radrennbahn und das Freizeitzentrum Baumheide kommen als Hotspot hinzu und bereichern das Programm um zwei besondere Schauplätze. 1953 fertiggestellt, steht die Radrennbahn heute symbolhaft für die Fahrradhochburg Bielefeld. Mit ihren 46 Grad steilen Kurven gehört sie zu den schnellsten Betonbahnen Europas. Bei der RadKulTour bietet der Förderverein der Radrennbahn Kurzführungen über das Gelände an. Zudem ist der Denkmalpfad von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Auch das Freizeitzentrum Baumheide lädt zu einem abwechslungsreichen Programm ein. Neben Beiträgen angemeldeter Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich Menschen aus dem Quartier mit Mitmachaktionen und kreativen Ideen. „Besuchende können sich bei uns auf ein besonderes Highlight freuen. Unter dem Motto ‚FZZ ErFahrBar machen‘ führt die Route der RadKulTour nicht nur über unser Gelände, sondern mitten durch das Gebäude“, kündigt Nils Bendrien, Leiter des Freizeitzentrums Baumheide, an.

Der Einstieg in die Route ist an jeder Stelle der Strecke möglich, eine feste Startzeit gibt es nicht. Die offizielle Beschilderung führt sicher durch alle Stationen. Wer möchte, kann vorab die gpx-Datei auf der Homepage herunterladen. Und nicht nur Radfahrende sind willkommen: Viele Passagen laden auch Fußgängerinnen und Fußgänger zum Verweilen ein.

Das Programm

An den zehn Hotspots entlang der Route präsentieren über 80 Einzelakteur*innen, Ensembles und Gruppen aus der freien Kulturszene Bielefelds ihre Beiträge. Die Bandbreite ist dabei bewusst weit gefasst: Bildende Kunst trifft auf Musik, Theaterszenen begegnen Installationen, Lesungen treffen auf Improvisiertes. Kein Hotspot gleicht dem anderen. Freundinnen und Freunde des Theaters kommen beim Jugendensemble des Theaterimpulse (Stauteich 1, siehe Bild links), dem Knall auf Fall Improvisationstheater (Grünzug Bultkamp) oder dem Trotz-Alledem-Theater (Radrennbahn) auf ihre Kosten. Wer nach bildender Kunst sucht, findet sie unter anderem bei Nicole Fally (Stauteich 3), Klaus Dobrunz, Xenia Gorzny & Johann Willner (Obersee) oder Oliver Meyer (Grünzug Bultkamp). Musik erwartet die Besuchenden bei Michael Malice, Pronto Mulino (beides Stauteich 1), Kitty the Knife (FZZ Baumheide) und Bonsai (Nordpark). Erstmalig mit dabei ist das Orchester des Wandels (Stauteich 1) dem Zusammenschluss von Musikerinnen und Musikern der Bielefelder Philharmoniker, die sich in kreativen Konzertformaten mit der Klimakrise auseinandersetzen.

„Wenn über 80 Künstlerinnen und Künstler an einem Projekt mitwirken, entsteht etwas, das keine einzelne Institution allein schaffen könnte: ein lebendiges Bild dessen, was Bielefelds freie Kulturszene wirklich ist“, freut sich Kulturamtsleiterin Brigitte Brand. „Was mich jedes Jahr aufs Neue begeistert: Wie aus 80 sehr unterschiedlichen künstlerischen Handschriften am Ende ein stimmiges Ganzes entsteht. Die RadKulTour funktioniert, weil alle Beteiligten wirklich wollen, dass sie funktioniert“, ergänzt Projektleitung Matthias Koch.

Eine detaillierte Routenführung mit den vielfältigen Programminhalten im gpx-Format sowie ein ausführliches Programmheft können unter www.kulturamt-bielefeld.de heruntergeladen werden.